Teil eines Werkes 
6. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

283

wieder um. Strafe! Ich habe davon gehört, daß Leute auf der Folter geſchlafen haben; ich kann es glauben, denn die Folter wäre Barmherzigkeit gegen das, was ich erduldete und doch ſchlef ich, um zu träumen zu träumen!

Auf dringende Vorſtellungen und Bitten erhielt der alte Buchhalter endlich die Erlaubniß, nach einem Arzt ſchicken zu dürfen, der den Zuſtand des Leidenden ſogleich als einen hoffnungsloſen erkannte..

Wie lang hat er noch zu leben? fragte Peter.

Der Arzt war erſtaunt, eine ſolche Frage in Ge⸗ genwart des Kranken geſtellt zu hören.

Sie müſſen mir antworten, fuhr der Sprecher feierlich fort,wenn Sie nicht wünſchen, daß er mit n Blutſchuld auf der Seele in die Cwigkeit ehe.

Reden Sie, ächzte Carus. 8Höchſtens noch fünf Stunden, entgegnete der Arzt.

Seltſamerweiſe ſchien dieſe Auskunft dem Ster⸗ benden Troſt zu gewähren; denn er hatte jetzt doch von dem Blutgerüſt nichts mehr zu fürchten. Er erhob keine weitere Einwendung gegen den Beſuch eines Geiſtlichen, welcher ihm die Nothwendigkeit zu Ge⸗ müth führte, ein volles Bekenntniß ſeiner Schuld abzulegen. Dieſes war kaum unterzeichnet und von Zeugen beglaubigt, als der Mörder ſtarb. Er hatte ſeiner Erklärung zufolge, um ſich an ſeinem Onkel zu rächen, Richard Markham erſchießen wollen und den Viscount irrthümlicher Weiſe für unſeren Helden gehalten.

Dieſes Bekenntniß wurde erſt veröffentlicht, nach⸗