Teil eines Werkes 
6. Band (1860)
Entstehung
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dieſe Frage entſandte, war ſo hoffnungslos und jam⸗ mervoll, daß dem alten Mann das Blut eiskalt durch die Adern rann⸗

Sie ſind krank, ſehr krank, ſagte er.So weit

hat das Trinken Sie gebracht.

Carus ſchüttelte den Kopf.

Ich habe in drei Monaten nichts Geiſtiges ge⸗ noſſen, antwortete er.Ich wage es nicht zu trin⸗ ken, und dies iſt meine Strafe; denn wennich trinke, ſo plaudere ich.

Peter Mangles war keineswegs beredt, beſaß aber, was den Meiſten unſerer Leſer als bei weitem das Beſſere erſcheinen wird, einen aufrichtigen, ehr⸗ lichen Sinn, eine Redlichkeit, der keine Verſuchung zu nahen wagte, und jene Rechtſchaffenheit des Cha⸗ rakters, welche die einfachſten Worte oft viel ein⸗ dringlicher macht, als aller Schmuck der Redekunſt. Er bemerkte, daß der Unglückliche, welcher dahinge⸗ rafft worden war im vollen Stolz und in der Kraft der Mannheit, nur noch wenige Stunden zu leben hatte, und ſtellte ihm deßhalb in ſeiner einfachen ernſten Weiſe die Zukunft vor.

Der Mörder wälzte ſich, als ob er auf Dornen läge, faßte den Sprecher mehr als einmal am Arm und bat ihn zu ſchweigen.

Ich muß meine Pflicht thun, bemerkte der alte Mann,wie wenig ich auch für das Geſchäft paſſen mag. Wenn Sie mich nicht anhören wollen, ſo er⸗ lauben Sie mir, Ihnen einen Geiſtlichen zu ſchicken.

Nein, nein, er würde mich verrathen! Keinen Geiſtlichen keine Magiſtratsperſon. Sie haben etwas auf dem Herzen, Carus, ſagte