Teil eines Werkes 
6. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

263

teren bei;jetzt kömmt an mich die Reihe, ein Ge⸗ heimniß zu beſitzen.

Das iſt ſtets bei Ihnen der Fall geweſen, verſetzte Heinrich galant.

Wie ſo?

Ich meine die geheimnißvolle Macht, mich zu überzeugen, daß Alles recht ſei, was Sie thun. Doch Sie vergeſſen, fügte er bei,daß ich bald Advokat ſein werde und daher errathen kann, zu welchem Plan ihr meinen Vater beſchwatzt habt.

Wir brauchen kaum beizufügen, daß Lillian, ehe die Geſellſchaft ſich trennte, unſerem Helden Alles, was ſie wußte, mitgetheilt hatte.

Lady Boothroyd war mit der bitteren Ueber⸗ zeugung nach Hauſe zurückgekehrt, alle Früchte ihrer verbrecheriſchen Ränke verkoren zu haben, ihres zu Grunde gerichteten Rufes nicht zu gedenken; am ſchwerſten aber focht ſie der Wink ihrer Advokaten an, daß das ihr von Sir Norman aus ſeinem perſön⸗ lichen Vermögen geſchöpfte Witthum eine ernſtliche Schmälerung erleiden dürfte, ſofern nicht die min⸗ deſte Ausſicht vorhanden ſei, daß der Kanzler eine Ueberweiſung der Koſten auf die Güter geſtatten werde. Beziehungsweiſe ſtand ihr alſo eine gänz⸗ liche Zerrüttung ihrer Einkommensverhältniſſe in Ausſicht.

Mit ihrer gewöhnlichen Charakterentſchiedenheit beſchloß ſie raſch vorzubauen. Alice ſtand noch un⸗ ter ihrer Vormundſchaft, und das ſelbſtſüchtige Weib wußte wohl, daß ihre Tochter ſie nicht dem Mangel preisgeben würde; um jedoch zu hindern, daß die⸗ ſelbe nicht, wie ſie ſich auszudrücken beliebte, unter