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reiten, eine wilde, boshafte Beſtie, die eigentlich der Schrecken des Stalles war. Sie hatte bereits einen armen Teufel faſt todtgeſchlagen und auch mich ſchon zweimal abgeworfen, obſchon ich mich als Reiter ſehen laſſen kann. Eines Tages tummelten wir das Roß in dem Madden, wie ſie's nennen, als ein ver⸗ ſchrumpfter alter Kerl, der aus dem Gebirge herkam, ſich erbot, es ohne Sattel oder Zügel zu reiten. Natürlich lachte ich und mein Kamerad ihn aus, aber ein dabei ſtehender Gentleman rieth uns, wir ſollen ihn den Verſuch machen laſſen. Das thaten wir nun. Der Mann fuhr dem Thier zweimal mit der Hand über den Kopf bis zu den Nüſtern und ritt es dann an einem einzigen Haar dreimal durch die Rennbahn.“
„An einem einzigen Haar?“ wiederholte Jack erſtaunt.
„Das war eben das Seltſamſte,“ ſagte Edwards. „Er wickelte ein Haar aus der Mähne des Roſſes um ſeinen Finger und lenkte nun das Thier mit einer Leichtigkeit, als ob er ihm das ſtärkſte Gebiß aus dem Stall angelegt hätte.“
„Die Zähmung war aber nicht nachhaltig?“
„Nein, denn wenn Jem oder ich wieder auf⸗ ſaßen, zeigte ſich die Beſtie ſo boshaft wie nur je. Ihr müßt Euch aber recht einſam gefühlt. haben, ehe ich herkam,“ fügte er bei, indem er ſich in dem Zim⸗ mer umſoh.
„Mr. Tyrrell hat erſt dieſen Morgen die einge⸗ borenen Dienſtleute fortgeſchickt, und will ſich nur noch von Engländern bedienen laſſen.“
„Daran thut er Recht,“ bemerkte ſein Kamerad.


