Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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fanden Richard, wie er ſeinen Retter in den Armen hielt und deſſen bereits geſchwollene Schnauze mit einem Schwamm badete.

„Was iſt vorgefallen?“ fragte der Oberſt.

„Eine Brillenſchlange!“ rief der Kaufmann ent⸗ ſetzt,„das iſt höchſt ungewöhnlich. Man findet ſie ſelten ſo nahe bei Calcutta.“

Richard bat ihn, ihm zur Rettung des treuen Thieres, das ihm das Leben erhalten, behilflich zu ſein. Mr. Chutnee aber ſchüttelte den Kopf.

„Europäiſche Geſchicklichkeit hilft da nichts,“ ſagte er.„Das Gegenmittel iſt nur den Braminen der höchſten Kaſte bekannt.“

Der Jüngling fuhr mit den Bähungen fort. Nelſon erkannte augenſcheinlich die wohlwollende Abſicht an, denn er wedelte einigemale mit dem Schwanz und blickte mit einem ſo beredten Ausdruck ſeinem Herrn in's Geſicht, daß es dieſem tief zu Herzen ging. In weniger als zehn Minuten nach dem erhaltenen Biß erſchütterten furchtbare Krämpfe die Glieder des Thieres, das noch einmal laut auf⸗ heulte und dann verſchied.

Bei Unterſuchung des Bettes fand man die Graskugel, in welcher die Schlange verſteckt geweſen, und darin den Beweis, daß hier ein Mord beab⸗ ſichtigt worden war.

Man nahm ſogleich die eingeborenen Dienſtleute in's Verhör; Kehoda war aber verſchwunden.

Nach einer ſolchen Entdeckung wäre weitere Ver⸗ heimlichung überflüſſig geweſen. Richard erzählte

ir Charles und Mr. Chutnee, was zwiſchen ihm und dem Natſchmädchen vorgefallen war.