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Neunundvierzigſtes Kapitel.
Die erſte große Epoche in der aufdämmernden Mannheit tritt ein, wenn das Herz eine Stimme findet, die den Namen eines geliebten Weſens flüſtert, wenn ihr Bild ſtetig uns umſchwebt und ſich des Gehirns tauſend wache Träume bemächtigen, welche die Zukunft in ſeligen, aber leider oft nur unwahren Bildern ausmalen. Bei dieſer wichtigen Kriſe war unſer Held angelangt. Gefühle, die in ihrer Neu⸗ heit ihn angenehm überraſchten, ſproßten zart und anmuthig hervor wie die früheſten Lenzesblumen, und öffneten verheißungsvoll ihre Knoſpen.
Da er ſich der Wichtigkeit der Beweggründe, die ihn nach Indien geführt hatten, und ſeiner eigen⸗ thümlichen Stellung bewußt war, welche die Geheim⸗ haltung ſeines Namens nöthig machte, ſo gab er ſich eine Weile Mühe, die entſtehende Leidenſchaft nieder⸗ zukämpfen; aber bald reichte ſeine Kraft nicht mehr aus. Vergeblich lag er mit erhöhtem Eifer Mr. Chutnee's Comptvirgeſchäften ob, oder ſuchte er ſich nach des Tages Mühen durch anſtrengende Aus⸗ flüge in die Umgegend zu zerſtreuen; überall hin verfolgte ihn Lillians Bild. Wenn er mit ſeinem Vollblutaraber ſo verzweifelt, als wolle er mit der Zeit in die Wette reiten, die Ufer des Hooghly ent⸗ lang ſprengte, ſo machte er doch am Ende jedesmal vor Sir Charles Fourreau's Wohnung Halt, und ſein Thier wurde zuletzt mit dem Weg dahin ſo vertraut, daß es ihn von ſelbſt einſchlug, ſo oft er ihm den Zügel ließ.


