kannt geweſen wäre. Welche Mängel und Unſitt⸗ lichkeiten man der europäiſchen Geſellſchaft in Calcutta auch zur Laſt legen mag, Brutalität gegen Unter⸗ gebene gehört nicht darunter.
Bunce und Kaleb hatten das Flüſtern zwiſchen dem Schiffer und Martin bemerkt und erriethen deſſen Inhalt.
„Der Schleicher hat ſeinen Tagesbefehl erhalten,“ bemerkte der alte Mann.
Jack ſah ihn hoffnungslos an.
„Nicht verzagt,“ ſagte Kaleb.„Wir überliſten ihn doch. Bleib nur noch eine Stunde ſtandhaft, und Du biſt frei. Wollte Gott, mir blühte eine gleiche Ausſicht,“ fügte der arme Schelm mit einem Seufzer bei,„aber ich habe keine Freunde, die mir Beiſtand leiſten.“
Der Rath, ſtandhaft zu bleiben, war ſehr nöthig; denn Jahre ſyſtematiſcher Mißhandlung hatten den früheren kühnen Muth Jacks dermaßen gebrochen, daß nur Wenige in ihm den tapferen Knaben wieder erkannt hätten, welcher auf der Brücke Rachel ſo mann⸗ haft gegen die rohe Gewalt ihres Vetters Carus Kearn beſchützte.
Endlich brach die Nacht herein und von den Boo⸗ ten der eingeborenen Fiſcher begann eines um das andere auf dem Fluß zu erſcheinen. Martin, welcher ſich von dieſen Fahrzeugen keines Argen verſah, ließ ſie ruhig herankommen, denn er wußte wohl, daß Jack keine Beſtechungsmittel beſaß und daß der Orien⸗ tale, wenn er kein Geld ſieht, die Arme kreuzt und unthätig bleibt. Nur den Schiffsbooten, welche ſich


