„Wie Mutter und Kind,“ verſetzte der Gegen⸗ ſtand ihrer Güte haſtig und erwiderte ihre Liebko⸗ ſungen mit Wärme.„Vor Ihnen kann ich keine Geheimniſſe haben.“
„Du liebſt Richard Tyrrell?“
„Ich habe nie geſagt, daß ich ihn liebe,“ ant⸗ wortete Lillian beſcheiden.„Vielleicht könnte ich es, wenn er mich darum bäte; aber ich weiß nicht, ob er dies je thun wird. Vorgeſtern auf Ihrem Ball hörte ich Dawliſh gegen einen ſeiner Kameraden bemerken, daß Mr. Tyrrell Mrs. Chutnee große Aufmerkſamkeit erweiſe.“
„Es wäre ſehr undankbar von ihm, wenn er es nicht thäte, meine Liebe,“ entgegnete die Lady mit einem Lächeln.„Zamora iſt eine von den bezau⸗ berndſten Frauen meiner Bekanntſchaft, geſcheidt, obſchon ihre Erziehung kläglich vernachläſſigt wurde, und gut— merk Dir dies, Lilly, gut.“
„Es waren nicht die Worte, Mama, ſondern der Blick, mit welchem er ſie begleitete. Er ſchien—“
„Ja, ja, ich verſtehe all das. Es gibt noch mehr Männer wie Dawliſh, welche die Lüge, die ihr Mund nicht auszuſprechen den Muth hat, mit der Miene bekräftigen und den guten Ruf einer Frau weghöhnen. Dergleichen Motten ſind mir früher zu Hunderten vorgekommen. Aber Dir hätte ich mehr Scharfblick zugetraut. Er iſt eiferſüchtig.“
„Auf wen?“
„Auf Tyrrell; und er wollte, daß Du ſeine Bemerkung höreſt. Glaube mir, er handelt und ſpricht nie ohne Abſicht, und dies war auch hier der Fall.“.


