brauchen,“ dachte der Schurke.„Der gemeine Lüg⸗ ner! Will er da einem ehrlichen Kerl das Brod aus dem Mund nehmen und das ſchmutzige Werk ſelbſt verrichten!— Ich will doch ſehen,“ fügte er nach einer Pauſe bei,„ob ſich nicht zwei bei dem gleichen Spiel betheiligen können. Verſteckens iſt ja nicht ſo ſchwer zu lernen.“
Es war Hochſommer und Richard Markham ſah diesmal den Ferien ohne Bedauern entgegen. Die Verſtändigung, die zwiſchen ihm und ſeinem Wohl⸗ thäter ſtattgefunden— der Leſer erinnert ſich, daß der Knabe noch nicht wußte, welches Band den alten Mann an ihn feſſelte— hatte eine ſchwere Laſt von ſeinem Herzen gewälzt. So lang er ſeine Lie⸗ ben in Mangel und Elend wähnte, erſchienen ihm ſeine guten Kleider und ſeine veränderte Stellung im Licht eines Verbrechens, und nun er in dieſer Beziehung beruhigt war, konnte er geduldig zuwar⸗ ten, bis ſein Vater ſich hinreichend gebeſſert hatte, um die Rückkehr zu ihm zuläſſig zu machen.
Außerdem erwartete er bald einen Beſuch von dem Kaufmann, deſſen Wohlwollen er mit einem an Liebe grenzenden Gefühl zu erwidern begann. Wie ſeine Mutter war er von Natur mit einem dankbaren Herzen begabt.
Endlich kam der Tag heran, der ſeine Kameraden in die Heimath entführie. Richard begleitete ſie bis an den Hafendamm(bisher war ihm dies nie ge⸗ ſtattet worden) und ſah ihrer Einſchiffung zu.
Während des letzteren Monats hatté der dank⸗ bare Knabe alle ſeine Mußeſtunden darauf verwen⸗ det, um von den intereſſanteſten Partieen der Inſel


