Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſich zu füllen begann, obſchon ſie ihm keine Gelegen⸗ heit zu Ausübung ſeiner Kunſt bot. Das Wetter war kalt; man ging raſch und die Röcke waren bis oben zugeknöpft, ein Grund, aus welchem ſich die Thatſache erklärt, daß im Winter nicht halb ſo viele Taſchendiebſtähle vorkommen, als im Sommer. Ich werde heute kein Glück haben, dachte er. Dann erinnerte er ſich des Gebets, das ihn Lilly gelehrt hatte, murmelte die Worte vor ſich hin: Erlöſe uns von dem Uebel, und machte ſich auf's Neue Gedanken über den Sinn derſelben. Obgleich er noch ein Fremdling auf dem Boden grundſatzmäßiger Ehrlichkeit war, hatte er doch heute augenſcheinlich keinen Sinn für ſein Geſchäft, denn er ließ manche ſchöne Gelegenheit verſtreichen, bei welcher er ein paar Wochen früher furchtlos zuge⸗ griffen haben würde. Herz und Hand fühlten ſich entkräftet; und doch wie rüſtig wären ſie nicht geweſen für eine wirkliche Arbeit? Freilich durfte er hierauf nicht hoffen, denn es fehlte ihm, wie er ſeinem Onkel geſagt hatte, an einem Zeugniß, und er konnte Niemand finden, der eine Gewähr für ihn übernahm. In dieſer träumeriſchen Stimmung hatte Jock den Eingang von Regentspark erreicht, als eine Equipage an ihm vorbeifuhr. Im Nu wurde er voll Leben und Rührigkeit, denn er erkannte die braun⸗ und orangegelben Lioréen der Diener. Es

war derſelbe Wagen, in welchem ſein Onkel Andrew

davongefahren.

Ohne ſich lange zu beſinnen, jagte er nach, und nachdem er ſich ganz außer Athem gelaufen, wurde ihm die Beruhigung, den Wagen vor einem der