Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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„Ich weiß es ſelbſt kaum,“ verſetzte Richard und wiſchte ſich eine Thräne aus dem Auge.„Ich bin halb von Sinnen. Meine Mutter und Schwe⸗ ſter hungern— ſterben vor Hunger, und ich kam heraus, um zu—“ Sein Herz war zu voll, er konnte das Wort„betteln“ nicht herausbringen.

„Sehen, ob Du nicht etwas aufpicken kannſt,“ fuhr Jack, den Satz für ihn ergänzend, fort;„und Du haſt vollkommen Recht. Ich thäte auch lieber Alles, eh' ich meine Mutter und Schweſter verhun⸗ gern ſehen könnte, wenn ich welche hätte.“

„Wie kömmſt Du zu Deinem Unterhalt?“ fragte Richard.„Du haſt immer Geld und biſt ſo warm gekleidet.“ „Oh, ich lebe von meiner Arbeit,“ verſetzte der Knabe.

„Von welcher Arbeit?“

Jack Manders war um die Antwort verlegen.

„Du weißt's ſchon,“ ſagte er nach einer Pauſe und beehrte zu gleicher Zeit unſern Helden mit einem ungemein ſchlauen Blinzeln.

„Nein, gewiß nicht,“ entgegnete Richard un⸗ ſchuldig.

„Wohlan denn, ich eigne mir zu, was ich kann.“

„Ein Dieb!“ rief der Zuhörer ſchaudernd.„Das thut mir leid, ſehr leid um Deinetwillen, Jack, denn Du biſt gegen mich und Marie gut geweſen.“

„Es iſt nicht meine Schuld,“ verſetzte der junge Beutelſchneider trotzig.„Ich habe mich oft genug um Arbeit umgeſehen— um wirkliche Arbeit, meine ich; aber Niemand wollte mich beſchäftigen, weil mein Vater auf dem Strafplatze war. Dies hat man mit