Erſtes Kapitel.
Wie viele guten alten Sitten und Gebräuche, welche ſonſt die Poeſie und Muſik des häuslichen Lebens ausmachten, ſieht man raſcher und raſcher aus dem engliſchen Familienleben ſchwinden! Noch iſt der Sommer nicht von unſerer Stirne gewichen, obſchon da und dort ein Silberhaar uns an ſein be⸗ vorſtehendes Scheiden mahnt, und doch fällt bereits die Zeit der Einnerung anheim, als man dem Chriſt⸗ feſt nicht nur wie einem Zeitpunkt kurzen Ausruhens von Sorgen und den erſchöpfenden Kämpfen der Welt, ſondern recht eigentlich als einem Feſttag für's Herz entgegenſah, indem ſelbſt in der geringſten Fa⸗ milie das Haupt gleich einem Patriarchen des Alter⸗ thums die Kinder und Enkel um den gaſtlichen Tiſch ſammelte und in ihnen einen Segen erkannte.
Auch pflegte am Chriſtfeſt die Mutterliebe, jener ſeidene Faden, der die einzig ächten Perlen des Le⸗ bens, unſere Gefühle und Herzensneigungen, an⸗ einanderreiht und zuſammenhält, ihre Thätigkeit im ſüßen Verſöhnungswerk zu entfalten; wie hart auch die Herzen ſein mochten, ſo konnten ſie doch nur ſel⸗ ten den mütterlichen Bitten und Thränen widerſtehen; Ungehorſame wurden zurückgerufen und begnadigt;
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