Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Es freut mich ſehr, daß Sie ihn lieben; das terſtützt meinen erſten Eindruck; bis jetzt habe ich weir noch kein Urtheil über ihn gebildet. Die Vor⸗ ht iſt eine der bittern Lehren der Erfahrung! In Jugend lieben wir alle Sprachen, welche uns au Freundſchaft oder Liebe reden; erſt wenn wieder⸗ lte Verräthereien und Treuloſigkeiten uns das Herz ertrocknet haben, wird unſer Ohr taub für dieſe verführeriſche Sprache. Wenn Zweifel die Klugheit iſt, welche die Er⸗ fahrung gewährt, ſagte Henry mit einem Seufzer,

ſo wolle Gott, daß ich dieſelbe nie erlange!

Möge es ſo ſein! Denn man erkauft die Klug⸗

heit nur um den Preis grauſamer Leiden. Was

meinen Neffen betrifft, ſo habe ich vielleicht bis jetzt meine Pflichten gegen ihn vernachläſſigt, in Anbetracht es engen Bandes, das uns vereinigt; aber es iſt roch nicht zu ſpät, dieſe Vergeßlichkeit wieder gut u machen, wenn er ſich, wie ich hoffe, meiner

Freundſchaft würdig zeigt.

Darauf möchte ich ſchwören! rief Henry.Ich

vertraue gerner den Eindrücken und Sympathieen

der Jugend, als den kalten Lehren der Erfahrung. Während des übrigen Abends ſuhr der Baronet ort, ſeinen Neffen aufmerkſam zu beobachten. Hätte der junge Mann das von ihm einzuhaltende Beneh⸗ nen zur Gewinnung von ſeiner Gunſt ſtudirt, er väre nicht im Stande geweſen, es beſſer anzuſtellen, o ungezwungen und natürlich waren ſeine Manieren, ngenehm ohne abſichtliche Bemühung, vertrauensvoll hne Keckheit.

Fin Umſtand namentlich machte ſeinem reichen

Die Abtei Carrow. 1. 13