Sie gingen deshalb zu dem Fluſſe, wo das Boot des Sir Thomas, die Bootsleute in deſſen Livree gekleidet, wartete, ſchifften ſich ein, und ſtiegen kurze Zeit darauf bei dem ehe⸗ maligen Palaſte Wolſeys ans Land, der jetzt Whitehall oder des Koͤnigs Schloß zu Weſt⸗ minſter genannt ward. Hier ward der Moͤnch in ein Vorzimmer gefuͤhrt, ſein Gefaͤhrte aber ging grade in des Koͤnigs Kabinet, wo er ein ſtets willkommener Beſucher war, weil er faſt jedes Mal Nachrichten von Guͤtern brachte, die man den uͤbermaͤßigen Beſitzungen der Kirche entriſſen. Als er eintrat, war Heinrich in ein Geſpraͤch mit ſeinem Schneider vertieft. Dieſer hatte ihm ſo eben den Anzug eines Sarazenen anprobirt, in welchem er bei einem großen Maskenballe erſcheinen wollte, der dieſen Abend am Hofe gegeben werden ſollte. Der Anzug war ſo graus und fuͤrchterlich, als die Talente des Kuͤnſtlers ihn herzuſtellen vermocht hatten. Er winkte dem Scheerenhelden ſich zu entfernen, und ſetzte ſich in ſeinem Maskenanzuge, zu welchem ſein Geſicht weit beſſer paßte, als ſeine Geſtalt, nieder, zu vernehmen, was Sir Thomas ihm zu ſagen habe. Mit der noͤthi⸗
gen Aufmerkſamkeit, ſo daß ihm nichts entge⸗ hen konnte, lauſchte er deſſen Worten, beſah aber dabei dennoch mehrere andere Maskenklei⸗


