— 211—
Licht fuͤr immer ſeine Augen ſchließen, und die Erde auf das Todbett legen ſoll? Wes⸗ halb, o, weshalb bin ich ſo mit Haß und Entſetzen verfolgt? das Leben iſt nur ein ſchmaler Raum, der die Finſterniß vor der Geburt und nach dem Tode von einander ſchei⸗ det, aber wenn es ſo nichtig iſt, weshalb wird das meinige dann nicht ſchneller verloͤſcht? O! daß ich die Schwingen haͤtte, welche ich uͤber
mir durch die Luft rauſchen hoͤre, daß
ich durch die Dunkelheit dahinfliegen koͤnnte, und bald am Ende waͤre! O! daß mich das rauſchende Waſſer erfaßte, deſſen Wellen ich nicht ſehen kann, und mich hinuͤbertruͤge zu dem Ozean der Ewigkeit! O, daß ich zu den Elementen zuruͤckkehren koͤnnte, aus denen ich geſchaffen ward, und das elende Bewußtſein verloͤre, welches mir nur gegeben zu ſein ſcheint, mein Ungluͤck doppelt ſchmerzlich zu fuͤhlen! O, Ihr blinkenden Blumen, Ihr koͤnnt die Augen weit aufthun, denn Ihr kennt kein Leid! Beugt Ihr Eure Haͤupter vor dem Hauch des Stur⸗ mes, oder werdet Ihr vom Fuß des Menſchen niedergetreten, ſo habt Ihr nichts Suͤßeres zu beweinen, und Euer Tod iſt nur eine ſchmerz⸗ loſe Verwandlung, durch die ihr Euch zu den Wolken aufſchwingt.— O, Ihr Wolken, Ihr ſeid gluͤcklich, ſelbſt wenn Ihr weint, denn 14*
——


