Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

ſtille Groll ſchleicht ſeitwärts; die offene Empörung tritt allmählig an ſeinen Platz. Die Offiziere ſpre⸗ chen nicht mehr mit ihren Leuten; ſie befehlen, ſie verbieten nichts, ſondern gehen ihnen aus dem Wege. Das Schiffsjournal wird nicht wei⸗ ter geführt. Die Beſteckrechnung hört auf. Die Mittagsbreite, die Diſtancen des Mondes von der Sonne mißt Keiner. Es iſt der entſetzliche Vor⸗ abend eines entſetzlichen Tages.

Da bricht der Sturm los. Die Offiziere er ſcheinen mit ihren Schlüſſeln am Eingange des Waſſerbehälters. Die Männer drängen ſich mit ihren Krügen herbei. An ihrer Spitze tobt ein jun⸗ ger, verwegener Geſell. Auf ſeinem Geſichte zeigen ſich Tollkühnheit und Todesverachtung. Als die Vertheilung beginnt, ſpringt er zu, und dem Offi⸗ zier das Maaß entreißend, ſchreit er:

Ich will ſelbſt meſſen. Ihr Hunde betrügt uns.

Die Worte fallen nieder wie ein Blitzſtrahl. Sie zünden, wie dieſer.

Wir wollen ſelbſt meſſen! ruft der wahn⸗ ſinnige Haufen, und Alle ſtürzen ſich auf das Faß, aus welchem ihnen eben ihr Antheil gereicht wer⸗ den ſoll. Laut ſchreiend kollern ſie es vor ſich her