Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
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Drittes Kapitel.

An der würzig duftenden Küſte des ſüdlichen Frank⸗ reichs lag, fern von dem lautem Treiben der Städte, eine ſtattliche Villa, umgeben von blühenden Gärten und anmuthigen Hainen. An jener Stelle, wo der reiche Blumenflor endete und das künſtlich angelegte Wildgehege begann, war ein ſtilles, heimliches Plätz⸗ chen, von welchem man eine herrliche Ausſicht auf das prächtig dahin wogende blaue Meer hatte. Ein kleiner Pavillon erhob ſich hier unter hochragenden Bäumen, umrankt von vielzweigigem Epheu, und bot dem bis⸗ hierher gelangten Wanderer ein willkommenes Ruhe⸗ plätzchen dar.

Hier ſaß auf einer weichen Moosbank eine edle Dame von hoher Schönheit und ſah mit inniger Theil⸗ nahme dem ſchuldloſen Spiele eines kaum zweijährigen Knaben zu, der nach bunten Schmetterlingen haſchte, und mit Blumen nach ihnen warf. Mitten in dieſer rührenden Empfindung des Mutterglücks mochte die edle Dame plötzlich von einer trüben Erinnerung bewäl⸗ tigt werden; denn ſie ſenkte die ſchönen Augen, eine trübe Wolke des Unmuths deckte ihre Stirn und eine Thräne perlte die Wange herab. Ganz in ihren Ge⸗