Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
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ſo feſt und innig umſchloſſen, wie haben ſie zuſammen ſo ſchmerzliche Thränen des Kummers geweint.

„Nun ſteht es feſt!“ ſagte Niklas, den Freund mit tiefer Rührung betrachtend, und ihn an ſeine Bruſt drückend,„nun ſteht es feſt, daß ich nicht wieder jen⸗ ſeits der rothen Tonne gehe. Von Allem, was ich liebte, biſt Du allein übrig geblieben, und Du biſt hülf⸗ los, wie ein neugebornes Kind. Ich bin reich gegen Dich, denn ich habe meine beiden geſunden Augen und Du biſt blind; fortan werde ich Dein Stab und Deine Stütze ſein.“

Herrmann nahm dieſen Liebesdienſt mit ſehr bewegtem Gemüthe an und Beide wohnten jetzt in einem Hauſe. Herrmann ſaß ruhig in ſeiner Kammer, während Niklas fleißig im Garten und auf dem Felde arbeitete. Aber das Glück war nicht mit ihnen; es kam eine große Theuerung in's Land, Hagel und Mißwachs traten ein, zuletzt wurde Krieg. Niklas mußte ſein und ſeines Freundes Eigenthum den Gläubigern überlaſſen, und Beide wurden mit einer magern Summe abgefunden. Bald war auch dieſe verzehrt, und Niklas mußte für den blinden Freund betteln. Und wunderbar! Während Herrmann bei dieſen Unglücksfällen immer trauriger und ſchwermüthiger wurde, ging des Niklas frohe Laune, womit ihn der Himmel reichlich ausgeſtattet, in