Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Einzelbild herunterladen

—

ſollten, ehe das neue Tageslicht anbreche. Da fielen den Leuten die Sandfäſſer und Steinkiſten bei, die ihnen einen ſo böſen Schrecken verurſachten und Alle brachen in ein lautes Wuthgeheul aus. Aber durch das Brüllen der Matroſen und des Sturmes tönte laut die Stimme des Bvotsmanns von der Back her:„Brandung! Bran⸗ dung!“ und„Brandung!“ ſchrie auch der Mann am Steuer, der mit dieſem Rufe die Steuertaille fahren ließ und unwillkührlich in die Kniee ſank.

Dieſer Ruf lähmte plötzlich jede Kraft; Alle ſtanden, wie vom Blitz getroffen, kein Laut wurde vernommen. Sturm und Strömung trieben uns unaufhaltſam der Brandung entgegen, die von Seecunde zu Seeunde heller auftauchte, ſich immer weiter ausdehnte und uns zuletzt faſt ganz einſchloß. Rath- und hülflos, faſt blödſinnig ſtarrten ſich die Leute einander an, es war Niemand da, deſſen ſchallendes Commandowort, Leben und Be⸗ wegung in dieſe todte Maſſe zu bringen verſtand. Ein⸗ mal verſuchten es der Bootsmann und ich, mit Hülfe aller Hände, die Wendung des Schiffes zu verſuchen; eine Zeitlang arbeiteten ſie mit großem Eifer; als aber die Brandung auch vom Spiegel des Schiffes aus ſicht⸗ bar wurde, entſank ihnen der Muth und die Arme fielen ſchlaff herab.

Alles war nun rettungslos verloren, und alle Wuth