— 3¹8—
Kein Lichtſtvahl war in ihr Gemach gedrun⸗ gen bis zu dem Augenblicke, wo der ſchon abneh⸗ mende Mond aufging; da bemerkte ſie dann hi⸗ nige Spalten an dem Laden, der ihr Fenſter ver⸗ ſchloß; ſie ſuchte ihn zu offnen, allein die Haͤk⸗ chen, welche ihn feſthielten, waren entweder ver⸗ roſtet, oder ſo angebracht, daß ſie nicht im Stande war es zu bewirken. Indeſſen verſuchte ſie durch dieſe Oeffnungen zu ſchauen. Sie konnte die aͤußern Gegenſtände zwar nur unvollkommen er⸗ kennen, allein ſie erſtaunte doch uͤber die Aehn⸗ lichkeit der Wieſe, welche ſie vor ſich ſahe, und des ſie umgebenden Waldſaumes mit der, die ſich vor dem Schloſſe des Rutilianus befand. Sie wußte nicht, welches der letzte Fluß geweſen war, uͤber den ſie gegangen, allein indem ſie daruͤber nachdachte, ſchien es ihr wahrſcheinlich, daß es der Cher geweſen; und ſo ſeltſam es auch ſcheinen mochte, daß ſie durch ihre Raͤuber wieder in das Schloß zuruͤckgebracht worden, aus dem man ſie hatte entfuͤhren wollen, ſo hatte ſie doch, da ſie immer noch glaubte, daß es der Pater Venanz geweſen, der dieſen Verſuch gemacht habe, wenn


