Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

65

ſo konnten ſie ſich doch nicht enthalten, an dem ganzen Benehmen ihres Wäͤchters zu bemerken, daß er ein inniges Mitleid mit ſeinem Dienſteifer verbinde, und daß er ein gewiſſenhaftes menſch⸗ liches Pflichtgefuͤhl in dem Augenblicke beibehal⸗ ten habe, wo er ſich durch das abgelegte Geluͤbde des Gehorſams fur verbunden hielt, eine beleidi⸗ gende Gewaltthätigkeit gegen ſie auszuuͤben. Beide fuhlten, daß der Menſch, der ihnen ihre Freiheit entriſſen hatte, der uͤber ihr Schickſal entſcheiden wollte, gleich als wären ſie ihm recht⸗ lich unterworfen geweſen, doch eigentlich nicht ihr Feind war; Beide ſahen ein, daß ſie von ihm nichts weiter zu furchten hatten, als was er ihnen ſo eben ankuͤndigte, und in dem Augenblicke, wo er ſie ganz ungeſetzlich zu Gefangenen gemacht hatte, faßten ſie ein gewiſſes Vertrauen zu ihm. Sie ſahen wohl ein, daß ſie auf eine gewiſſe Zeit in einem Floſter wurden gefangen gehalten wer⸗ den, allein ſie waren auch uͤberzeugt, daß, wenn ſie ſich entſchloſſen weigerten, ſich auf ewig durch Geluͤbde zu binden, dieſe Gefangenſchaft doch ein Ende haben werde, Bei dem Range, den ſie in

2r Bd. E