— 46—
ihnen das Zutrauen der Moͤnche gewonnen. Lamia, die ſie als Ueberlaͤufer ihrer Altäre be⸗ trachtete, war ſehr geneigt, ſie ſelbſt eben ſo⸗ wohl, als die Prieſter anzuklagen, welche ihnen den Aufenthalt bei ſich geſtattet hatten⸗
Lamia hatte den roͤmiſchen Senator mit ei⸗ ner Wuͤrde empfangen, welche ſie gegen den Felir Florentius nicht anzunehmen gewagt hatte. Indem ſie ſich gegen ſeinen Schmerz und ſeine Angſt theilnehmend bezeigte, billigte ſie es gar ſehr, daß er damit begonnen habe, ſich die Goͤtter geneigt zu machen. Ein Geſetz, das beinahe ſeit einem Jahrhunderte beſtand, drohte demjenigen als einem Hochverräther den Tod, der den alten Goͤttern noch Opfer bringen wuͤrde; allein dieſes in den Staͤdten ſtreng beobachtete Geſetz konnte auf dem Lande kaum in Anwen⸗ dung gebracht werden, wo man keine buͤrgerli⸗ che Gewalt anerkannte; die Prieſter mußten von dem Altare leben, und der Ankauf von Opfer⸗ thieren, welche dann dem Opferer verblieben, gab dem, der das Orakel befragte, das Mittel an die Hand, den Dienern der Gottheit ſeine


