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wende mich an Deine Rechtlichkeit, Deine Ehre! Antworte mir freimuͤthig! Du haſt zu Soiſſons meinen Vater und Ehlodowich geſehen, Du weißt, auf welchem Fuß ſie mit einander ſtehen und kannſt uͤber den Charakter des Letztern urtheilen. Wagſt Du es zu behaupten, daß Julius Severus keine Gefahr fuͤr ſein Leben und ſeine Freiheit zu fuͤrchten hat, wenn Chlodowich erfährt, daß ich mich ſeinen Wuͤnſchen dadurch entzogen habe, daß ich Dir meine Hand reiche?
Felir ſchwieg einige Minuten, dann antwor⸗ tete er: Ich werde einen freien Sclaven abſenden, um den Julius Severus von unſerer Flucht in Geheim zu benachrichtigen„ damit er bei Zeiten auf ſeine Sicherheit Bedacht nehmen könne.
Wenn wir aber ſo unſer Schickſal nach unſern Wuͤnſchen und Leidenſchaften ordnen, haben wir das Recht, auch uͤber ein fremdes zu verfuͤgen? Darf ich meinen Vater ſeines ganzen Vermoͤgens berauben? Er iſt jetzt der Vertraute, der Diener eines maͤchtigen Fuͤrſten, darf ich, um meine ei⸗ genen Wuͤnſche zu befriedigen, einen Fluͤchtigen, Verbannten aus ihm machen?


