Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

295

wich und ſeine Krone, entſage thörichten Hoffnungen! damit war Felir und das haͤus⸗ liche Gluͤck gemeint. Stehe auf und folge uns! Mit*2 Worten war ihr ganzes Loos auf Erden entſchieden. Julia war in dem catho⸗ liſchen Glauben erzogen worden; allein unter den Augen eines Vaters, der in Geheim ein Heide geblieben warz daher hegte ſie denn auch mehr Furcht als Liebe gegen die Geiſtlichen, deren feind⸗ liche Geſinnungen ſie ſchon oft erprobt hatte; das Kloſterleben floßte ihr nur Widerwillen ein, ſie giaubte in den Kloſtern weder eine aufgeklärtere Froͤmmigkeit, als in der Welt, noch eine reinere Moral, noch ſonſt eine Befeiedigung fuͤr ihren Geiſt und ihr Herz zu finden. Das Kloſter er⸗ ſchien ihr blos unter dem Bilde eines ewigen Ge⸗ faͤngniſſes, der Strafe fuͤr die größten Verbrecher, welche ein falſcher Eifer, den man fuͤr Religion hielt, Unſchuldigen zubereitete. Das Schickfal, welches ihr bevorſtand, erfullte ſie mit Schauder und Entſetzen; allein wie konnte ſie zweifeln, daß ſie es wirklich treffen wurde? Und war denn das Kloſter nicht der einzige Zufluchtsort, der ſie den