——
page ſehen zu laſſen, ihre Zurüſtungen noch nicht zu Stande gebracht habe, und daher nicht ſo ſchnell, als Severus es gehofft, ſich auf den Weg habe begeben können, ſo daß ſie wohl erſt uber⸗ morgen eintreffen wuͤrde. Nach Sylvia's Berech⸗ nung war aber dieſes gerade der Tag, wo Felir ebenfalls ankommen ſollte.— Die beiden roͤmiſchen Damen laſen nun jede mit derſelben innern Bewezung die Briefe, die ihnen der von Soiſſons eingetroffene Courier uͤber⸗ bracht hatte. Julia warf ſich endlich mit zerriſſe⸗ nem Herzen, die Augen voll Thränen, in Syl⸗ via's Arme und reichte ihr den Brief ihres Vaters den ſie ſo eben erhalten, dar. Sylvia gab ihr dagegen den ihres Sohnes, und die beiden Freundin⸗ nen hatten wenigſtens in ihrem Schmerze den Troſt, kein Geheimniß vor einander zu haben. Die beiden Briefe erklärten ſich wechſelſeitig. Syl⸗
via erkannte daraus, daß, wie ſie vermuthet
hatte, ihr Sohn liebte und geliebt wuͤrde; ſie
ſahe auch, daß ihre junge Freundin nur mit
Schauder an die vorgeſchlagene Verbindung mit dem Koͤnige der Franken denke; ſie fahe, daß, ſo


