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Glöckchen und Schellen : heitere Erzählungen / von Heinrich Smidt
Entstehung
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Dumme Gans! Keine Tournüre, keine Haltung! Blamiren will ich mich nicht! Du bleibſt zu Hauſe.

Eine Entſcheidung, die alle andern Mädchen zur Ver⸗ zweiflung gebracht haben würde, ließ Louiſe ziemlich gleich⸗ gültig, denn auch Hektor war von der Tante mit keiner Stelle bedacht worden und es winkte ihr ein Abend, den ſie ungeſtört mit dem lieben Jugendfreunde zubringen konnte.

Hektor lachte:Wir werden gewiß beiſammen ſein, wenn auch nicht in der Art, wie Du es Dir denkſt. An Alles haben die Leute gedacht, und doch haben ſie, wie es ſo unpoetiſchem Volke wohl zu gehen pflegt, die Poeſie vergeſſen. Was iſt Eliſabeth, was ihr ganzer Hof, ohne Shakeſpeare? Ich werde dieſer Shakeſpaere ſein.

Du? fragte Luiſe ungläubig.

Habe ich es Dir nicht ſchon geſagt? Servant of the Queens revels. Und Du wirſt mich begleiten.

Aber als was denn?

Ich rufe den Meiſter Zauberer, den Ludwig Tiek, der mich für Deutſchland wiedergeboren hat. Durch ſein genialesDichterleben ſchlingt ſich, wie ein goldener Faden, der ſchöne, mädchenſcheue und doch liebesmuthige Ingeram, das Muſterbild unſchuldiger Kindlichkeit und reizenden Uebermuthes. Das biſt Du. Wir wollen ver⸗ eint der Tante einen Poſſen ſpielen. Welchen, weiß ich zwar noch nicht, aber der Spuck ſoll ihr die Krone auf einige Zeit verleiden. Muth, Lieschen. Ich bin ſchon lang in Shakeſpeare aufgegangen und nicht umfonſt iſt das Feſt amheiligen Dreikönigsabend, den ich ſo mei⸗ ſterhaft gedichtet. Die Tante macht zwarViel Lärmen