————
„Der Hannibal!“ ſchrie der Rektor vom Stuhl auf⸗ ſpringend.„Wie kommt denn der alleweile nach Hüt⸗ tenau? Das iſt ja ein wahrer Teufel.“
„Ja wohl ein Teufel!“ fuhr Jener fort.„Aber, Rektor, dieſer Teufel hat den Fauſt geleſen und erſcheint in der Geſtalt einer verführeriſchen Helena. Männer von Hüttenau, unſer letztes Stündlein hat geſchlagen, wenn wir nicht heldenmüthig für unſere Freiheit kämpfen. Der Tag des Damenkränzchens rückt heran und dieſer Tag ſoll unſere Bartholomäusnacht werden.“
„Aber mer ſind ja keene Hugenotten!“ ſchrie der Rektor.
„Verfluchtes Complott!“ brummte der Schützen⸗Major.
„Man erzähle mich, was man noch weiß.“ „Ein großes Maskenfeſt wird veranſtaltet, worin alle Perſonen vorkommen, die zur Zeit der großen Kö⸗ nigin Eliſabeth gelebt haben. Die Damen erſcheinen im vollen Coſtüm und Jede von ihnen wählt ſich im Voraus einen Cavalier, der ebenfalls im Coſtüme der Zeit er⸗ ſcheinen muß. Schon werden die Rollen vertheilt. Herr Rektor, haben Sie nicht hinter Ihrem Garten einen kleinen Kahn?“
„Den eenzigſten in ganz Hüttenau,“ entgegnete dieſer. „Aber er ſchwimmt nicht immer, voraus wenn die Mühlen geſchützt ſind.“
„Da gehts Waſſerle aus!“ lachte der Wirth.
„Dafür,“ ſagte der Actuar,„erſcheint der Herr Rektor als der Lord⸗Großadmiral Lord Howard, der des Reiches
Flotten führt. Sie, Herr Major ſind ein ſo tapferer
Mann, daß man Sie zum Grafen Eſſex ernannt hat. Derſelbe Eſſer, wiſſen Sie, dem der Kopf abgeſchlagen wird.“
—————


