war mir deutlich. Das Maͤdchen, welches am Tage meiner Ankunft in Hamburg mit meinem jetzigen Stenermann ſo aͤngſtlich vor ihm floh, war wahrſcheinlich Malvina. Hier mußte eine andere Sache auf dem Spiel ſte⸗ hen, gewiß war alles ganz anders, als er es mir erzaͤhlt hatte. Aber wie? Ich gerieth von Muthmaßung auf Muthmaßung und ver⸗ ſank in tiefe Gedanken. Das Zimmer hatte ſich nach und nach mit Gaͤſten gefuͤllt, das Geraͤuſch, welches dieſe verurſachten, weckte mich aus meinen Traͤumen, ich verließ das Haus. Als ich aus der Thuͤr trat, rollte ein Wagen vom Jungfernſtieg her voruͤber, das Maͤdchen, welches ich fuͤr die Tochter meines neuen Paſſagiers hielt, ſaß darin, dieſer ihr zur Seite. Das arme Maͤdchen ſchien von Kummer niedergebeugt zu ſein, und ſah ſtarr vor ſich hin, Blackwell bemerkte mich und gruͤßte freundlich, der Wagen rollte vor⸗ uͤber.
Teil eines Werkes
2. Band (1827) Meine Reise in die neue Welt : eine Erzählung aus den Papieren eines Seemanns / herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von Heinrich Smidt
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