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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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dann warf er einen Blick auf die Heckjolle, die an der Fangleine hängend im Kielwaſſer nachſchleppte und ein Strahl der Freude leuchtete aus ſeinen Augen.

Auf dem Verdeck gingen der Zimmermann und der Bootsmann auf und ab. Der Teufel war über den Letztern gekommen und hatte ſeinem Chriſtenthum ſo völlig den Garaus gemacht, daß er offen zu den Rebellen übertrat.

„Er ſitzt in ſeiner Kajüte warm,“ ſagte der treuloſe Deckoffizier höhnend,„und braucht nicht, wie wir, in der Morgenkühle mit den Zähnen zu klappern. Macht Euch keine unnützen Grillen.“

„Er hat unſern gerechten Bitten nicht nachgegeben und iſt deshalb unſer Gefangener,“ antwortete der Zim⸗ mermann, der das Haupt der Verſchwörung war.„Aber es iſt nicht nöthig, daß wir den Gefangenen verhungern und verdurſten laſſen. Das Land liegt zwar vor uns, aber es dauert noch eine Weile, bevor wir es erreichen; darum mag er mit Allem verſorgt werden. Allein da⸗ mit die Leute keinen Verdacht ſchöpfen, wenn wir mit ihm verkehren, ruft einen der Matroſen zum Beglei⸗ ter auf.“

Es geſchah. Als die drei Männer in die Kajüte traten, drang ihnen das helle Tageslicht entgegen. Laut aufſchreiend ſtürzten ſie an das Fenſter. Die Heckjolle war

verſchwunden und der Capitain nirgends zu finden.