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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ſteht dann noch immer in Euerm Belieben, zu handeln wie Ihr wollt.“

Sie zogen die Kajütskappe dicht zu und warfen die Thür in's Schloß. Capitain Osrick war von ſeinen Offizieren getrennt, allein in der dumpfigen Kajüte, in der nächſten Nähe des Zwiſchendeckes, wo in den Baum⸗ wollenballen der Giftſtoff lauerte, der Verderben über das Schiff brachte. Die Hülfloſigkeit, worin er ſich be⸗ fand, bewältigte ihn ſo ſehr, daß er ohnmächtig nieder⸗ ſank. Aber nicht lange dauerte dieſer Zuſtand der Schwäche. Die Energie des Geiſtes kehrte wieder und er ſann, wie er ſeiner Gefangenſchaft ledig werde.

Unter dem Boden hing die Lampe. Er zündete ſie an und verſtopfte dann mit einer wollenen Decke die Höhlung des oberen Fenſters, damit die Matroſen ver⸗ hindert würden, ihn zu beobachten. Er hatte ſeine Ar⸗ beit ſo ſorgfältig gemacht, daß auch nicht der geringſte Schimmer durchdringen konnte. Nun warf er einen Blick auf die in dem Spiegel angebrachten Kajütsfenſter.

3 Nur durch dieſe allein war eine Verbindung mit der See möglich. Dieſe mußte er daher öffnen. Das Ge⸗ räuſch, welches die Arbeit verurſachte, konnte man vom

Verdeck aus vielleicht hören; zu ſehen vermochte man nichts davon. Das Oberfenſter war verdeckt und die Heckjolle hing als Schutz über ihm. Mit großer Mühe gelang es ihm, ohne Hülfsmittel die Surrings zu löſen, wodurch die Fenſter gehalten wurden.