—— 286— —5 dort verſammelt und bildet einen unentwirrbaren Knäuel.
„Was giebt es da vorn?“ ruft der Offizier, auf der Scheide des Halbdecks ſtehend.
„Peſt am Bord!“ hallt eine Stimme aus dem dich⸗ ten Haufen zurück.
Wie ein Schrei des Verderbens fliegen dieſe Worte von einem Ende der Brigg, bis zum andern. Das Wachtvolk zur Koje hört ihn und fliegt in der größten Verwirrung das Deck hinauf. Die Offiziere vernehmen es in ihren Kammern und Capitain Osrick, der alsbald erſchien, fragt mit heller Stimme:
„Wer wagt es, ein ſo unbedachtes Wort auszu⸗ ſprechen?“
„Ich, Herr!“ antwortet der Bootsmann, reſpektvoll vortretend.„Der Nils aus Stavanger iſt davon be⸗ fallen und hat ſo eben den Geiſt aufgegeben. Dachte wohl, daß ein Unheil über uns kommen würde, denn der Wind iſt gottloſer Weiſe aus ſeiner Ruhe gepfiffen und dann kommt der Teufel allemal über ehrliche Chriſtenmenſchen und wirft ſie nieder. Das hat uns der Türke auf den Hals gehetzt.“
„Schwatzt nicht ſolches unſinnige Zeug!“ unterbricht ihn der Capitain.“„Wo iſt der Todte?“
„Habe befohlen, ihn in ſeine Hängematte einzuſchnü⸗ ren und dann über Bord zu werfen. Aber die Kerle fürchten ſich und wollen nicht Hand anlegen!“ erwidert der Bootsmann.„Die Wahrheit zu geſtehen, Herr,“ ſagt


