ſich auf den Boten ſtützen, der ihn bis hierher geleitet hatte. Der Voigt von Weſterland aber, der es gewahrte, ſagte zu ſeinem Beirath:
„Um Gott, was iſt unſerm Pfarrer? Er vermag ſich kaum auf den Beinen zu erhalten. Und nun kniet er gar nieder und faltet die Hände. Was hat er doch nur?“—
Als aber die Männer ſahen, daß der Herr Pfarrer inbrünſtig betete, fragten ſie nicht weiter, ſondern zogen die Hüte und ſprachen andächtig das Vaterunſer. Und als der Pfarrer ſich erhoben hatte, trugen die dazu ver⸗ ordneten Leute die Leichen zu ihrer letzten Ruheſtätte und begruben ſie, worauf ſie, mit ſtummen Grüßen, Zeder in ſeine Wohnung gingen. Der Pfarrer aber verweilte noch draußen auf dem ſtillen Friedhofe in tiefen Gedan⸗ ken, als die Sonne mit ihren letzten Strahlen die friſch aufgeworfenen Grabhügel vergoldete.
Die Jahre ſind gekommen und gegangen. Die Hügel worunter die heimathlichen Heimathloſen ruhen, ſind mit blumigem Raſen bedeckt. Und aus demſelben taucht die blaue Glockenblume auf. Leiſe zuſammenſchauernd im
Abendwinde flüſtert ſie Ruhe und Frieden Denen zu, die unter ihrem Schutze ruhen.
Meeresſtille und bohe See.


