wäre von den ſchwarzen Jägern fortgeſchleppt und müſſe nun in dem Gefolge derſelben als ſchwarzer Hund blaffen. Genug, er blieb verſchollen, und das erſchütternde Er⸗ eigniß der vergangenen Tage war für die Gegenwart verloren.
Nur Einer gedachte ihrer öfters im Stillen, wenn der Sturm die Weſtſee bis auf den Grund ſchüttelte. Das war der Pfarrer. Der junge, bleiche Mann war zum Greiſe geworden. Gebückten Hauptes ging er ein⸗ her. Sparſames Silberhaar hing an dem Scheitel herab. Aber ſein Herz war jugendlich⸗friſch geblieben und in hellen Farben ſtand die Vergangenheit vor ihm.
Es war eine Hochzeit auf Weſterland. Der Pfarrer hatte die Brautleute zuſammen gegeben und die ganze Gemeinde durch ſeine erbauliche Rede erſchüttert. Mit vollem Orgelton ſaug die Nordſee das Brautlied dazu. Jetzt ſaßen die Gäſte bei dem fröhlichen Hochzeitsmahl
und achteten wenig des Sturmes, der immer dumpfer brauſete. Nur der Pfarrer trat hinaus in die toſende Nacht, um die Natur in ihrem Zorne zu bewundern. Als er an den Gehöften vorüber kam, wo einſt Meinert Heick und Jens Bork haushielten, ſeufzte er tief und ging in ſeine einſame Wohnung, nicht achtend des blitzähnlichen Leuchtens, das in der Nacht aufzuckte, noch des dumpfen Donners, der durch die Sturmböen hinſchütterte. Der Strandwächter, der vom rothen Cliff in die See hinaus⸗ lugte, brummte vor ſich hin:


