Dienern der heiligen Hermandad. Einige nahmen Partei für den fremden Sennor, der ſeine Ehre vertheidigte. Andere wollten ſich ſeiner bemächtigen. Mitten in dieſem allgemeinen Tumult, waren die Flüchtigen entkommen.
Draußen in der Stille der Nacht, eilten ſie mit klopfendem Herzen weiter. Da wurden ſie von ſchnelleren Schritten überholt und eine Stimme rief ihnen in ihrer Landesſprache zu:
„Die Spanier find Euch auf der Ferſe. Hierher Leute!“
Er zog ſie mit ſich fort zum Ufer, wo ein kleines Boot lag und ruderte mit ihnen davon.
„Ich habe Euer Gebahren geſehen,“ ſagte er, als ſie eine Strecke weit waren, und habe Mitleid mit Euch. Ihr ſeid Frieſen und auch in meinen Adern fließt das⸗ ſelbe Blut. Mein Galiot lichtet Morgen den Anker, um nach unſerer Weſtküſte zu verſegeln. Wenn Ihr wollt, nehme ich Euch mit.“
Die Beiden vermochten nicht zu ſprechen. Sie reich⸗ ten ſich ſtumm die Hand und Inken Bork weinte bitterlich.
Am folgenden Abend ſteuerte ein zweimaſtiges Galiot⸗ ſchiff, unter däniſcher Flagge der offnen See zu. Die beiden Flüchtigen ſtanden auf dem Deck neben einander und Dirk Heick flüſterte ſeinem Weibe zu:
„Wir ſteuern der Heimath zu mit zerknirſchtem Ge⸗ müth, tiefe Reue im Herzen. Wird Gott barmher⸗ zig ſein und uns gönnen, daß wir dort in Frieden hauſen?“


