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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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„Längſt ſind wir quitt und haben nichts mehr mit einander zu ſchaffen. Wir fanden uns zuſammen und ge noſſen gemeinſchaftlich, was das Leben bietet. Jetzt hat es mit der Herrlichkeit ein Ende. Du mußt Dich damit tröſten, mein reizloſes Kind, daß nichts in der Welt ewig dauert.“

„Du haſt mich zeitlich und ewig verderbt,“ ſprach das Weib.„Meinem Gatten haſt Du mich geſtohlen.“ S „Warum haſt Du Dich ſtehlen laſſen?“ höhnte er.

„Hätteſt Du ihn nicht los ſein wollen, würdeſt Du ihn ſchon feſtgehalten haben. Geh' mir aus dem Wege, Weib, oder ich ſtoße Dich bei Seite.“

Sie war vor Schaam und Wuth niedergeſunken. Er wollte vorüber, aber ſie klammerte ſich feſt an ihn an und ſtammelte halb irrſinnig:

„Ich will mein Recht von Dir. Ich will mein Recht! Du haſt mir meine Jugend, meine Schönheit, meine Ehre geſtohlen! Gieb ſie mir wieder.“

Matteo lachte laut:„Jugend? Schönheit? Ehre? Drei Würfe mit falſchen Würfeln. Du haſt ſie ver⸗ loren; ich habe ſie nicht gewonnen. Ergieb Dich darein.“

Er machte ſich von ihr los und ging davon. Sie kreiſchte ihm nach:

„Ich finde Dich! Ich finde Dich wieder! Und dann Gnade Dir Gott! Beppo! Beppo!“

„Stets bin ich zu Euren Dienſten bereit, Sen⸗