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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ſich unwirſch erhebend. Als er aber den geiſtlichen Herrn erkannte, bückte er ſich tief vor demſelben und ſprach:

Verzeiht mir die harten Worte, ehrwürdiger Herr; aber ich habe Euch nicht gekannt. Ihr ſeid mir in mei⸗ ner armen Behauſung viel tauſend Mal willkommen und es thut mir nur leid, daß ich Euch nicht ſo aufnehmen kann, als es ein ſo vornehmer Beſuch verdient. Was aber das Teufelswerk betrifft, von dem Ihr redetet, ſo iſt mir davon nichts bewußt. Es geſchah hier nur, was überall vorkommt, wo Leute, die ſich auf See begeben, ein Wahrzeichen mit ſich nehmen. Die Beiden da ſind von mir gezeichnet und Ihr mögt ſelbſt urtheilen, ob ich ein gutes Stück Arbeit geliefert habe, oder nicht?

Der Geiſtliche ſah die jungen Leute mit tiefer Be⸗ trübniß an und ſagte:

Wie konntet Ihr Euch ſo ſehr vergeſſen? Wer das Licht auf ſeinen Wegen ſcheut, wandelt im Argen. Ein 2 heidniſches Werk hat dieſer Mann an Euch vollbracht, und wer weiß, was noch geſchehen wäre, hätte ich nicht zufällig geſehen, daß die Dirne das Gehöft des Vaters verließ. Da bin ich, von banger Ahnung getrieben, ihr gefolgt, ſo ſchnell ich nur konnte. Anfangs verlor ich die Spur, aber ich bin, Gott ſei Dank, noch früh genug ge⸗ kommen, um das Aergſte zu verhüten.

Euer Ehrwürden ſind ſtets fleißig bei der Hand mit guten Werken und mit guten Worten, ſagte Frerk Han⸗ ſen, ſpöttiſch lachend.Aber das Herz und den Pfeil