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Nein! das iſt kein Waſſer mehr. Das iſt der ſchwärz⸗ lich⸗graue, breiartige Boden der Weſtſee, die mit einem Zauberſchlage unter dem Kiel der Schiffe wegrollt und die Schiffenden verdammt, eine ganze Tide und länger über zuliegen, wenn ſie das Ziel, ſo zu ſagen, mit der Hand faſſen können.
Macht es, wie Ihr wollt. Ihr werdet nicht hingelangen.
„Dort liegt's! Ihr könnts erreichen mit den Augen;
Hinüber dringen kann der Stimme Schall,
Dort iſt der Kahn, der Euch hinüber trüge!“
Aber unerbittlich weicht die Ebbe immer weiter zu⸗ rück und erſt nach langen, träge vorüberſchleichenden Stunden, ſtrömt die Fluth allmählig über die kahlen Flächen und flottet den Kiel dem Bollwerk zu, an welchem ihr landen könnt.
Welche ſeltſame Welt ſind dieſe Frieſen⸗Inſeln, die von zwei Meeren umwogt werden. Auf Shylt iſt der Weg von Albue⸗Odde bis Hörnum⸗Odde eine Wande⸗ rung, die einen nicht verlöſchenden Eindruck bei dem Wanderer zurückläßt. Er führt um den mit der Nordſee gränzenden Theil der Inſel und iſt mit einem Kranz von mächtigen Dünen umgürtet, gegen deren Fuß die Meeres⸗ wogen unaufhaltſam heranrollen und den dampfenden Giſcht bis zu den Gipfeln emporſchleudern.
Welch' ein Blick von dieſen Dünenhäuptern in das Unermeßliche! Die unabläſſig wogenden Maſſen ſtrömen
von drei Küſten zugleich heran. Jene Woge rollt von


