—————
„
8
Von Hollunder⸗ und Haſelgeſtraͤuch um⸗ geben, unter dem Schutze einer uralten viel⸗ äſtigen Eiche, ſtand, einem halb verwitterten Granitblocke ahnlich, die Ehrfurcht gebietende Kapelle, viel aͤlter als der nachbarliche Eich⸗ baum— ein an Winfrieds Zeiten erin⸗ nerndes Denkmal und des fruheſten Chriſten⸗ glaubens in deutſchen Gauen unverwerflicher Zeuge. Statt der Kuppel, mit der ſie einſt gekrönt geweſen, trug das Haupt weißlich graues Moos und heilenden Hauslauch. Man⸗ cher Quaderſtein war geborſten, mancher Theil hatte ſich untreu vom Ganzen getrennt, und lag, mit duͤnnem Graſe bewachſen, auf dem feuchten Erdboden. In einiger Hoͤhe befand ſich in drei Wänden eine gewölbte Sffnung,
die vielleicht noch vor hundert Jahren mit
einem Glasfenſter ausgefullt geweſen war; wenigſtens bewieſen ſolches dicht an dem Ge⸗ maͤuer daliegende Glasſtuͤckchen. In der vier⸗ ten— es war die Weſtſeite— war der Ein⸗ gang, mit einer ſtark mit Eiſen beſchlagenen
——


