Valenti n Vor »Das duͤrfen Sie auch nicht vergeſſen, denn es erhoͤht ſeine Schuld tauſendfach. Sie muͤſſen ihn als einen Bruder betrachten, der jedes menſchliche Gefühl verletzte, und durch ſeine Handlungsweiſe allen Anſpruch auf Ihre Zuneigung verloren hat. In ſolch einem Falle kann die bewunderungs⸗ wuͤrdige Vorſchrift, Boſes mit Gutem zu vergelten, leicht zu weit getrieben werden. So wuͤrden Sie z. B. ein höchſt verderbliches Beiſpiel geben, indem Sie zeigen wuͤrden, daß, wie ruchlos auch das Benehmen eines Menſchen, wie ab⸗ ſcheulich ſeine Pläne und Anſchläge ſein moͤgen, er ſeine Schaͤndlichkeiten ungeſtraft gegen einen Bruder veruͤben mo⸗ ge, wenn dieſer Bruder ein wohlwollendes Herz beſitzt.. Wäre es mein Bruder, ich wuͤrde mich gänzlich von ihm losſagen; thäte ich's nicht, ſo wuͤrde ich glauben, meine Pflicht gegen die menſchliche Geſellſchaft verletzt zu haben.⸗
»Aber wenn ich mich nun von ihm lasſagte? fragte Goodman.„Was wuͤrde aus ſeiner Familie werden?.. Soll der Unſchuldige mit dem Schuldigen leiden?⸗
„Sie fkoͤnnen nicht wiſſen, ob Jene unſchuldig ſind. Seine Familie kann eben ſo ſchuldig ſein, als er, und in dieſem Falle iſt ſie es aller Wahrſcheinlichkeit nach. Doch, auch angenommen, ſie waͤre es nicht, was ſollte aus der Gerechtigkeit werden, wenn Jemand fur ein Verbrechen nicht


