der Bauchredner. 257
die Menge, und erkannte in»Fuchshannchen« die griechiſche Schöne. Er ſprang ihr nach und riß ſie zuruͤck; aber ſie wehrte ſich wie eine Verzweifelnde. »Laßt mich los la rief fie.»Sie iſt mir verhaßtl!....
»Thoͤrichtes Mädchen! ich will nicht!« rief Valentin entſchloſſen, hatte aber kaum dieſes Wort geaußert, als ſie ſich umdrehte und ihm heftig in das Geſicht ſchlug.
Erzürnt ließ er ſie los, und ſie fuͤhlte ſich kaum frei, als ſie auf ihre Gegnerin losſprang, und Maske und Kappe derſelben augenblicklich in Stuͤcken riß. Die Beſen⸗ binderin ward dadurch noch mehr gereizt, ſchlug rechts und links um ſich, wie ein Mann, und fuͤhrte dabei die abſcheulichſten Reden, die je uͤber menſchliche Lippen kamen.
Valentin empfand ſolchen Ekel, daß er ſich raſch aus dem Kreiſe draͤngte, naͤherte ſich dann einer Nonne, und fragte ſie, ob ſie die griechiſche Schoͤnheit kenne.
»Ob ich ſie kenne!« rief die Nonne.»Was! Fuchs⸗ hannchen?.. Wer kennte die nicht! Ich habe ſie von klein auf gekannt. Wir ſind zuſammen erzogen,— nur hatte ſie zufaͤllig eine etwas beſſere Erziehung, als ich, und das machte ſie zu der liſtigſten Katze, die je auf zwei Bei⸗ nen ging.«
»Aber ihre Eltern ſind achtungswerth, nicht wahr?« fragte Valentin.
„O, ihr Vater gewiß,« entgegnete die Nonne,»denn ihre Mutter ließ ihn anſtändig fur ſie bezahlen. Sie iſt
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