244 Valentin Vor
»Jederzeit, Herr! wenn ich ihn haben kann,« erwie⸗ derte der ſchlaue Gloͤckner.
»Gut,« ſagte Valentin, indem er ihm einen Schilling gab,„ſo laufen Sie und holen ein Glas.«
Ohne Argwohn zu ſchoͤpfen, legte der Mann die Glocke auf den Liſch, und trabte davon, und das war es gerade, was Valentin wuͤnſchte; denn ſogleich ergriff er das lär⸗ mende Inſtrument, begab ſich in einen der dunkeln Spa⸗ ziergänge hinter dem Theater, und fing mit einer Wuth ohne Gleichen zu klingeln an. Der ganze Garten gerieth in Be⸗ wegung, ein lebendiger Strom drängte ſich dem Theater zu, was er mit Entzuͤcken ſah. Als ſie aber näher kamen, ſchlich er ſich durch das Gebuͤſch, welches zu einem andern eben ſo dunkeln Spaziergange fuͤhrte, nahm dann die Glo⸗ cke in beide Hände und läutete abermals aus Leibeskräͤften. Der Haufen draͤngte ſich zuruͤck, in der Meinung, er habe eine falſche Richtung eingeſchlagen, und da Valentin ſo hef⸗ tig läutete, als wollte er die Todten auferwecken, ſo ward ihre Neugierde dermaßen angeregt, daß ſie ihre Eile ver⸗ doppelten. Der Strom bog um die Ecke und wälzte ſich in dem Gange hinab; aber Valentin, der einen kleinen freien Platz in der Mitte des Gartens bemerkte, eilte raſch in dieſer Richtung fort indem ihn zugleich der Umſtand


