226 Valentin Vor
ſo bemerken wir hier nur, daß er geſchworen hatte, nie
wieder zu ſchwoͤren noch zu fluchen!
Wie er nufk ſeinen Zorn ausdrücken ſollte, ward fuͤr ihn eine Schwiepigkeit, die er jeden Tag zu beſiegen hatte. Er hatte nicht den geringſten Begriff davon, ſeine Leiden⸗ ſchaft zu zuͤgeln, ſein Zweck beſtand nur darin, ſeine Zunge zu zuͤgeln, und da das Fluchen bei ihm zur zweiten Natur geworden war, ſo kam er haͤufig in Gefahr, ſich ein Paar bedeutende Blutgefäße zu ſprengen, weil er ſeinem Zorn nicht in der Sprache Luft machen wollte, an die er ſo
lange gewoͤhnt geweſen war. Als er nun ſah, daß der
Fährmann aufgehoͤrt hatte, ſeine Geſchicklichkeit zu entwi⸗ ckeln, und daß folglich das Schiff, mit welchem er rivali⸗ ſirte, die drei Paſſagiere bekommen wuͤrde, kannte ſeine Wuth keine Grenzen.
»Schurke!« rief er endlich dem Burſchen zu, als er einſah, daß er entweder reden muͤſſe, oder platzen werde. »Oh! Gott verdamm' Deine lieben Augen!.. Du ver⸗ ſtehſt mich!«
»Hiſſen!« rief Valentin.
»Schon wieder!« ſchrie der Capitain.»O Du...
Du.. zehn aus dem Pfeffer!... Laß mich nur zu Dir


