der Bauchredner. 2¹9
der alte Herr, in der Meinung, die Einladung käme von
jener Nymphe her, und er rieb ſich entzuͤckt die Haͤnde, und preßte ſie an ſeine duͤrren Lippen, und ſeufzte, und lächelte, und warf ſo ſchmachtende Blicke, als er nur ir⸗ gend hervorbringen konnte.
„Abſcheulich!« rief Valentin, indem er ſeine Stimme dicht hinter dem alten Herrn ertoͤnen ließ.»Schaͤmen Sie ſich, Herr... Ein ſo alter Mann wie Sie!«
Der gichtbruͤchige alte Herr ſah ſich erſtaunt um; da er aber nicht entdecken konnte, woher die Worte kamen, uͤberkam ihn eine Empfindung, die ihn veranlaßte, ſich ſo
eilig als moͤglich von dem Orte zu entfernen.
Dieſes Liebeswerk ſetzte Valentin die naͤchſte halbe Stunde hindurch eifrig fort, und als er es etwa funfzig Mal wie⸗ derholt, alſo bei allen Perſonen, welche da waren, drang Horace in ihn, die Buͤhne zu verlaſſen. Er folgte ihm, ohne jedoch die befriedigende ueberzeugung mitzunehmen, daß ſein Beſtreben die Sache der Tugend ſonderlich befoͤrdern wuͤrde.
Horace ſuchte nun Valentin zu bewegen, ihn dahin zu begleiten, was er ſeinen»Club« nannte, ein geraͤumiges Haus in der Naͤhe des Theaters, deſſen Thuͤr zum Theil


