10— Valentin Vor
war daher ohne Ausſicht auf Befoͤrderung. Lange Zeit hindurch war er buchſtäblich dem Verhungern nahe; endlich aber bekam er eine Pfarre, und verliebte ſich bald nachher
in ein vortreffliches junges Geſchoͤpf, die Gouvernante in
⸗
der Familie des Rectors und eben ſo arm war, als er ſelbſt. Er heirathete ſie, und beſiegelte ſo in pecuniärer Hinſicht das Geſchick Beider fuͤr immer.
Von ſolch einem Manne hatte Valentin keine Strenge zu fuͤrchten, obſchon er dieſes Anfangs beſorgte. Maſter Paul ging aͤußerſt zaͤrtlich mit ſeinen Zoͤglingen um; waͤ⸗ ren es ſeine eigenen Kinder geweſen, er haͤtte ſie nicht liebreicher behandeln koͤnnen. Seine Hauptſorge beſtand„ darin, ihnen eine Kenntniß des richtigen Weges und eine vollkommene Wuͤrdigung der daraus hervorgehenden Vor⸗ theile beizubringen. Sein Tadel war in dem Lobe Anderer enthalten, und ſeine einzige Strafe beſtand in dem Zuruͤck⸗ halten der Belohnung.
Als Valentin in dieſer Anſtalt fuͤnf Jahre geweſen, in denen er bedeutende Fortſchritte gemacht hatte, ſtuͤrzte ſein Vater bei einem nautiſchen Verſuche, den er in einer Waſ⸗ ſergelte anſtellte, zum groͤßeſten Kummer des ausgedehnten 9 Kreiſes ſeiner Freunde, in das Waſſer, und ertrank. Dieſes Ereigniß verſetzte Valentin natuͤrlich in die groͤ⸗


