Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1827) Die beiden Veroneser : Lustspiel / von Shakspeare ; frei bearbeitet von Meyer
Entstehung
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1. Scene.- 149

Geſchwaͤcht und ſchwoͤren hort' ich ſelber ihn, Daß Eine von ihm ſchwanger iſt ſo moͤge Sie nur erſcheinen; denn vermaͤhlen muß

Er ſich mit ihr, und nach der Hochzeit wird

Er ausgepeitſcht und dann gehaͤngt.

Ich bitt' eure Hoheit! Verheirathet mich an keine Hure! Noch ſo eben ſagten Ew. Hoheit, ich hätte euch zu einem Herzoge gemacht; beſter Herr, belohnt mich nun nicht dadurch, daß ihr mich zu einem Hahn⸗ reih macht.

Herzog. Auf meine Ehr'! Heirathen ſollſt du ſie. Ich will dir die verlaͤumderiſchen Reden Verzeihn, und abch, was du noch ſonſt verſchuldet, Fuͤhrt in's Gefängniß ihn, und ſorgt dafuͤr, Daß mein Befehl hierin vollzogen werde.

Sn e 5 Eine Hure heirathen, gnädiger Herr, heißt ſo viel, als erdrückt, gepeitſcht und gehangen zu werden.

Herzog. Wer einen Fuͤrſten ſo verleumdete, Hat's wohl verdient. Sie, deren Ehre du Verletzteſt, Claudio, ſie ſey nun dein. Freut euch, Mariane! Liebt ſie, Angelo! Gebeichtet hat ſie mir, und ihre Tugend Iſt mir bekannt. Ich dank' euch, Escalus! Ihr habt ſehr gut gehandelt. Rechnet noch Auf hoͤhern Lohn von mir. Auch dir, Profoß, Dank' ich fuͤr die Verſchwiegenheit und Sorgfalt, Die du gezeigt. Ein wuͤrdigeres Amt