1. Scene⸗— 147 Escalus. Wie traurig: Daß ſolch' ein weiſer, kenntnißreicher Mann, Wie ihr euch, Angelo, von jeher zeigtet, Durch heißes Blut ſich ſo vergehen konnte, und durch den Mangel kluger Maͤßigung.
Angelv. Es ſchmerzt mich, daß ich euch die Sorge machez und es verletzt ſo tief mein reuig Herz, Daß ich um Tod mehr bitte als um Gnade. Ich hab⸗ ihn wohl verdient, und bitte drum. (Der Profoß kommt zurück mit Bernardin⸗ dem verhüllten Claudio und Fulietten.)
Herzog. Wer iſt hier Bernardin? Profoß. Der hier, mein Fuͤrſt! Herzog. Ein Moͤnch hat mir von dieſem Mann erzaͤhlt. He, Burſch! Man ſagt: du ſeyſt verſtockten Sinns, Begriffeſt nichts, als dieſe Welt, fuͤr die Du lebſt. um irdiſcher Vergehen nur Warſt du verurtheilt; ſie ſind dir erlaſſen⸗ Ich bitte dich, benutze dieſe Gnade Fuͤr eine beßre Zukunft. (zu Peter.) Moͤnch, belehr' ihnz Ich überlaß⸗ ihn deiner Leitung nun. Wer iſt denn der Vermummte dort?
Profoß. Es ißt Noch ein Gefangener, den ich gerettet. 7*


