Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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16 Cymbeline. A. I.

Poſth. Wuͤrdet Ihr? Ich werde Euch meinen Dia⸗ mant bis zu Eurer Ruͤcktehr nur leihen; mag ein Ver⸗

trag zwiſchen uns aufgeſetzt werden. Meine Geliebte uͤber⸗ trifft in Tngend die Unermeßchkeit Eurer unwuͤrdigen Denk⸗ art. Ich fordre Euch zu dieſer Wette auf: hier iſt mein

Ring.

Phil. Es ſoll keine Wette ſeyn. 8. Jach. Bei den Göttern, ſie iſt es; wenn ich Euch nicht hinlaͤngliche Beweiſe bringe, daß ich das theuerſte Kleinod Eurer Geliebten genoß, ſo ſind meine zehntauſend Duka⸗ ten Euer, und Euer Diamant dazu. Wenn ich abgewie⸗ ſen werde, und ſie die Ehre bewahrt, auf welche ihr ſo feſt vertraut, ſo iſt ſie, Euer Juwel, dies Euer Juwel und mein Gold Euer; doch bedungen, ich habe Eure Empfehlung, um ungehinderten Zutritt zu bekommen.

Poſth. Ich nehme dieſe Bedingungen an; laßt die Ar⸗ tikel unter uns aufſetzen: und, nur inſofern ſollt Ihr verantwortlich ſeyn. Wenn Ihr Eure Unternehmung gegen ſie richtet, und mir deutlich zu erkennen gebt, daß Ihr ge⸗ ſiegt habt, ſo bin ich nicht ferner Euer Feind, ſie war un⸗ ſers Streites nicht werth; wenn ſie aber unverführt bleibt, und Ihr das Gegentheit nicht beweiſen koͤnnt, ſo ſollt Ihr, wegen Eurer ſchlechten Auffuͤhrung, und fuͤr den Angriff auf ihre Keuſchheit, mir mit dem Schwerte Rede ſtehen.

Jach. Eure Hand, es gilt. Wir wollen dieſen Vertrag gerichtlich feſtſetzen, dann fort nach Brittanien; daß dieſe Un⸗ ternehmung ſich nicht erkälte und abſterbe. Ich will mein Su holen, und unſte gegenſeitige Wette niederſchreiben laſſen.

Poſth. Einverſtanden. 8

(Poſthumus und Jachimo gehen ab.)

Franz. Glaubt Ihr daß dies durchgehn wird? Phil. Signor Jachimo wird nicht davon abſtehen. Kommt, laßt uns ihnen folgen.

(Alle ab.)