Sz. 7. Koͤnig Lear⸗
In jener grauſen Nacht an deinem Thor, Du hatt'ſt gerufen: Pfoͤrtner, thu' doch auf!— Wer grauſam ſonſt, ward mild. Doch ſeh ich noch Beſchwingte Rach' ereilen ſolche Kinder.
Cornw. Sehn wirſt du's nimmer. Halte feſt den Stuhl, Auf deine Augen ſetz' ich meinen Fuß.
Gloſt. Wer noch das Alter zu erleben hofft Der ſteh' mir bei:— o grauſam! O ihr Goͤtter.—
Reg. Eins wird das Andre hohnen; jenes auch⸗
Cornw. Siehſt du nun Rache?—
Bed. Haltet ein, Mylord! Seit meiner Kindheit hab' ich Euch gedient, Doch beſſern Dienſt erwies ich Euch noch nie, Als jetzt Euch: Halt: zurufen. Reg. Was, du Hund? Dien. Wenn Ihr'nen Bart am Kinne trugt, ich zauſ't
ihn Bei ſolchem Streit; was habt Ihr vor? Corn. Mein Sclav? (er zieht den Degen.) Dien. Nun, dann nehmt hin, was Wuth und Zufall bringen.
(ſie fechten, Cornwall wird verwundet.) Reg.(zu einem Bedienten.) Gieb mir dein Schwert: lehnt
ſich ein Bauer auf? (Sie durchſticht ihn von hinten.)
Dien. O ich bin hin! Mylord, Euch blieb Ein Ange Die Straf' an ihm zu ſehn.— O! Cer ſtirbt.)
Cornw. Dafuͤr iſt Rath: heraus du ſchnoͤder Gallert!— Wo iſt dein Glanz nun?
Gloſt. Alles Nacht und troſilos.
Wo iſt mein Sohn Edmund?— Edmund, ſchuͤr' alle Funken der Natur,
Und raͤche dieſen Greul.
Reg. Ha, falſcher Bube, Du rufſt den, der dich haßt; er ſelber war's, Der deinen Hochverrath entdeckt; er iſt
Zu gut, dich zu bedauern. Gloſt. O mein Wahnſinn!


