Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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Koͤnig Lear. A. II.

Cornw. Heil Euch, gnaäd'ger Herr! (Kent wird los gemacht.) Reg. Ich bin erfreut, Eur' Majeſtaͤt zu ſeh'n. Lear. Regan, ich denk, du biſt's, und weiß die Urſach, Warum ich's denke; wärſt du nicht erfreut, Ich ſchiede mich von deiner Mutter Grab, Weil's eine Ehebrecherin verſchloͤſſe.— O, biſt du frei? Ein andermal davon.— Geliebte Regan, Deine Schweſter taugt nicht!— O, ſie band mir, Regan, Scharfzahn'gen Undank, gleich dem Gegner, hier— (auf ſein Herz zeigend.) Ich kann kaum ſprechen— nimmer wirſt du's glauben, Mit wie entartetem Gemuͤth,— o Regan!

Reg. Ich bitt' Euch, habt Geduld, ich hoffe, minder Wißt Ihr zu ſchätzen ihren Werth, als ſie Von ihrer Pflicht zu weichen.

Lear. Wie war das?

Reg. Ich kann nicht denken, daß ſie nnr im kleinſten Gefehlt in ihrer Pflicht. Hat ſie vielleicht Gehemmt den Unfug Eures Schwarms, Mylord, So war's auf ſolchen Grund und guten Zweck, Daß ſie kein Tadel trifft.

Lear. Mein Fluch auf ſie!

Reg. O Mylord, Ihr ſeyd alt, Natur'in Euch ſteht auf der letzten Neige Ihres Bezirks: Euch ſollt ein kluger Sinn, Der Euern Zuſtand beſſer kennt als Ihr, Zuͤgeln und lenken: darum bitt' ich Euch, Kehrt heim zu unſrer Schweſter; ſagt Ihr, Herr, Ihr kraͤnktet ſie.

Lear. Ich ihr Verzeihn erbitten? Fühlſt du denn wohl, wie dies dem Hauſe ziemt? „Liebe Tochter, ich bekenn' es, ich bin alt; (er kniet.)

„Alter iſt unnuͤtz; auf den Knieen bitt' ich: „Gewaͤhre mir Bekleidung, Koſt und Bett.“

Reg. Laßt ab, Herr! Das ſind thorigte Geberden. Kehrt heim zu meiner Schweſter.

Lear. Nimmermehr!