König Lear. X. I. Reut. Beim Grafen, Herr, hier drinnen. Lear. Folgt mir nichtz
Er geht ab.)
Ritter. Verſah ſt du mehr nicht, als was du erzählt? Rent. Nein. Wie kommt der Konig mit ſo kleiner Zahl? Warr. Wär'ſt du fuͤr die Frage in den Block geſetzt, ſo haͤtt'ſt du's wohl verdient. Rent. Warum, Narr?
Narr. Wir wollen dich zu einer Ameiſe in die Schule ſchicken, um dich zu lehren, daß es im Winter keine Arbeit giebt. Alle, die ihrer Naſe folgen, werden durch ihre Augen gefuͤhrt, bis auf die Blinden; und gewiß iſt unter Zwanzi⸗ gen nicht Eine Naſe, die den nicht roche, der ſtinkt. Laß ja die Hand los, wenn ein großes Rad den Huͤgel hinabrollt, damit dir's nicht den Hals breche, wenn du ihm folgſt; wenn's aber den Huͤgel hinaufgeht, dann laß dich's nachziehn. Wenn dir ein Weiſer einen beſſern Rath giebt, ſo gieb mir meinen zuruͤck; ich mochte nicht, daß Andere als Schelmen ihm folgten, da ein Narr ihn giebt.
Herr, wer Euch dient fuͤr Gut und Geld, Und nur gehorcht zum Schein, Packt ein, ſobald ein Regen faͤllt, Laͤßt Euch im Sturm allein. Doch ich bin treu; der Narr verweilt, Laßt flieh'n der Weiſen Schaar: Der Schelm wird Narr, der falſch enteilt, Der Narr kein Schelm fuͤrwahr.
Reut. Wo haſt du das gelernt, Narr?
Narr. Nicht im Block, Narr. (Lear kommt zurück mit Gloſter.)
Lear. Verweigern mich zu ſrehe Sind krank, ſind muͤde Sie reiſten ſcharf die Nacht?— Ausflüchte nur! Bilder von Abfall und Empoͤrung! Geh, Schaff' mir'ne beſſ're Antwort. 6loſt. Theurer Herr, Ihr kennt des Herzogs feurige Gemuͤthsart,
Bleibt hier.


